Sonntag, 7. Mai 2017
Der Stellplatz hinter der Turnhalle war echt in Ordnung, es war sehr ruhig und wir haben gut geschlafen. Nur ein paar Tauben die über uns im Baum genistet haben sind immer wieder übers Womodach gelaufen was sich im Inneren am Anfang echt ein bisschen merkwürdig angehört hat. Mama lief kurz in die Stadt um etwas essbares fürs Frühstück zu ergattern. Wir hielten uns dann aber nicht mehr lang in Carinho auf denn wir wollten ja zügig in Richtung der Steilküsten kommen um unsere Rundfahrt zu beginnen die uns an der Kapelle Santo André vorbeiführt.
Gleich nachdem wir aus der Stadt an der richtigen Stelle herausgefunden hatten gings auch schon stetig bergauf. Schon nach wenigen Minuten sahen wir mit großen Augen in die Umgebung denn die Übersicht wurde jetzt schon beeindruckend. Das Wohnmobil musste sich ganz schön gegen die Steigung stemmen und ich glaub den ersten beiden Gängen sind beim Rauffahren schier die Zähne rausgesprungen… Na ja, es ging eigentlich ganz gut und zum Glück war auf dem kleinen Bergsträßchen nicht viel Verkehr und wir mussten so gut wie nie die Ausweichbuchten neben der Straße benutzen.
Vor allem auf den Straßen und auf den Campingplätzen kam uns sogesehen die Vorsaison in der wir uns grad befinden sehr entgegen. Es ist einfach viel weniger los als im Sommer. An ein paar anderen Stellen hat man halt aber auch mal Pech und bestimmte Dinge wie z.B, manch touristische Bus- oder Fährverbindung sind noch gar nicht in Betrieb aber das können wir gut verschmerzen. Das Wetter ist supergut und wir sind ja mobil…
Papa musste noch versuchen den zweiten 12V USB Ladeadapter zu reparieren nachdem schon der erste den Geist aufgegeben hatte. Die Dinger brauchen wir vorne im Cockpit damit Handy und Navi funktionieren. Juna ist übers Kabel gestolpert und hat ihn wieder aus der Buchse gerissen… Diesmal war nix mehr zu machen, die Platine war gebrochen. Ab jetzt fährt ein Verlängerungskabel hinter dem Sitz verlegt mit Dreifachsteckdose und Standard- Netzladegerät mit das für die Geräte versorgt.
Auf dem Weg nach Teixido, wo die Kapelle Santo André steht, sahen wir vieles was unsere Blicke auf sich gezogen hat. Riesige Windparks, freilaufende Rinder und Pferde und super Ausblicke. Man kann an diversen Stellen der nach oben führenden Straße an Aussichtspunkten anhalten um ein Stück an der Steilküste zu laufen. Nur zu weit sollte man nicht laufen, denn kurz nachdem man so schön nach unten aufs Meer und die bizarren Küstenformen kucken kann gehts doch ziemlich weit nach unten :-). Die Klippen von Vixía de Hebeira im Norden Galiciens sind mit 612 Metern Höhe die höchsten in Europa.
Um nach Teixido zu gelangen muss man in eine Sackgasse fahren die zu einem großen Parkplatz am Ortseingang führt. Dieser ist für einen Ort mit nicht mal 50 Einwohnern ungewöhnlich groß… Das liegt natürlich daran dass die Kapelle hier nach Santiago de Compostela angeblich der zweitwichtigste Pilgerort Galiziens ist und hier in der Hauptsaison und vor allem an besonderen Terminen busweise Menschen ankommen. Auch deshalb stehen hier vor fast jedem der paar Häuser die es hier hat irgendwelche Souvenierstände.
Man vermutet, dass Teixido schon in der Eisenzeit eine Kultstätte war. Der älteste überlieferte schriftliche Nachweis als christliche Pilgerstätte stammt von 1391. Wir haben uns die Kapelle und auch eine gerade beginnende Messe teilweise angesehen. Die Menschen dort haben Kerzen aufgestellt die so groß wie sie selber waren. Diese dünnen langen Kerzen waren mit Holzbrettchen gestützt damit sie nicht abbrachen. Nach dem kurzen Besuch der Messe besichtigten wir noch eine Art unterirdischen Teil der Kapelle in dem auch viele Kerzen standen und Fotos an der Steinwand klemmten. Auch Juna durfte ein Passbild von ihr, das Papa im Geldbeutel hatte, dort einklemmen.
Wir waren noch kurz in einem Cafe und haben danach unsere Fahrt nach Ribadeo beim Praia da Catedrai fortgesetzt. Wir sind extra teilweise direkt an der Küste gefahren und nicht auf der Autobahn – nach jedem Hügel erwarteten uns wieder herrliche Ansichten von Sandstränden und Ortschaften inmitten von grünen Bergen und blauem Meer – einfach unglaublich schön diese Strecke. Ich glaube das war diesbezüglich einer der besten Streckenabschnitte unserer bisherigen Reise.
Auch der Campingplatz am Strand der Katedralen lag spitzenmäßig ganz vorne am Meer. Wir standen endlich mal wieder auf grüner Wiese und sahen direkt aufs Wasser. Wir waren noch kurz im Restaurant hundert Meter die Straße hoch um ein bisschen Fisch zu essen. Papa ging später mit mir im Kinderwagen am Strand entlang bis dort hin wo wir morgen früh bei Ebbe den Praia das Catedrais besuchen möchten. Ich bin auf dem Weg wunderbar eingeschlafen…
Bis morgen!
Mats
Galerie Tag 41
Reiseroute Tag 41
Maximale Höhe: 625 m
Minimale Höhe: 46 m









































