Tag 44 – Picos de Europa

Mittwoch, 10. Mai 2017


Das Wetter hatte sozusagen aufgemacht heute morgen. Es war noch nicht gerade sonnig aber ein paar blaue Flecken ließen sich am grauen Himmel bereits erkennen. Wir hatten heute Nacht schon mal drüber nachgedacht noch einen Tag zu bleiben um eventuell bei besserem Wetter zu den Bergseen hochzufahren aber wir wollten es heute durchziehen und hofften einfach auf ein bisschen Glück. Unser Womo wurde noch mit dem hier in Spanien mit ca. 1,10 €/L recht günstigen Diesel betankt und dann gings los in Richtung Covadonga.

Covadonga, ein nordspanischer Wallfahrtsort der Besucher wie ein Magnet die Eisenspäne anzieht. Hier kämpfte, so die Legende, im Jahre 722 der legendäre Gründer des Königreichs von Asturien Pelayo gegen einen Trupp Mauren. Himmlische Unterstützung kam von einer Jungfrau, die die Pfeile der verhassten maurischen Eindringliche auffing und mit tödlicher Wucht zurück auf die Feinde schleuderte. Die Schlacht von Covadonga markiert den Anfang der sogenannten Reconquista, der christlichen Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die Verdrängung des islamischen Machtbereichs. Die Rückeroberung wird geschichtlich in 3 Phasen unterteilt und dauerte über 700 Jahre bis zum 2. Januar  1492, als die Stadt Granada durch die katholischen Könige erobert wurde.

Covadonga liegt in einem malerischen engen Tal. Eine schmale Bergstraße führt von hier aus hinauf in eines der schönsten Gebiete der Picos de Europa mit dem Gletscherseen Lago Enol und Lago de la Ercina in einer Höhe von über 1.000 Metern. Diese zweite Attraktion, die Grotte mit der Heiligen Jungfrau und den Gräbern des Königs Pelayo, seiner Frau und dessen Nachfolgers Alfonso I. macht Covadonga im Hochsommer zu dem bei Wallfahrern und Touristen so überaus beliebten Ort.

Von Covadonga schlängelt sich die Straße über 12 Kilometer hinauf zu den Bergseen, vorbei an wunderbaren Aussichtspunkten Der Blick reicht weit über das Küstengebirge bis hin zum Meer. Auf den grünen Weiden grasen Kühe und Schafe. Nach der Überquerung eines Passes liegt zur rechten Seite der tiefblaue Lago Enol vor dem Panorama des westlichen Massivs der Picos de Europa mit dem 2.594 Meter hohen Berg Torre Santa.

Au mann, hier hatte der Fiat- Triebkopf unter unserem Niesmann & Bischoff- Wohnzimmer aber echt was zu tun… Sein Kampf dauerte zwar nicht 700 Jahre aber fast eine Stunde lange stemmte er sich wieder wacker in die Zahnräder der ersten zwei Gänge und wir meisterten zusammen den eigentlich traumhaften Anstieg. Wir durften sogar bis zum Lago Ercina hochfahren – im Sommer ist die Straße gesperrt und nur für offizielle Busse zugänglich. Es war sehr ruhig und so gänzlich anders als alles was wir bisher erfahren haben. Ein bisschen wie in den Alpen und im Allgäu gleichzeitig. Die Picos de Europa sind sicher allein schon eine ganze Reise für sich wert. Auf relativ wenig Fläche befinden sich hier über 200 Gipfel mit jeweils mehr als 2000 m Höhe!

Wir wollten um den oberen Ercina- See herumlaufen was aber an nassen und weichen Wiesen scheiterte. Danach gingen wir über eine Anhöhe zum weiter unten liegenden Enol- See und zu einer dort liegenden Hütte. Ein paar Schweizer Herren neben uns aßen eine sehr lecker aussehende Käseplatte mit Schinken und frittierten Kartoffeln. Und ausgerechnet heute hatten wir unseren Geldbeutel im Womo vergessen 🙁 Das bisschen Hartgeld in Papas Hosensack reichte grad für einen Kaffee und wir aßen ein paar Snacks aus dem Rucksack. Juna bekam von den Schweizern noch einen kleinen Probierteller nachdem sie eine Weile lang so interessiert auf ihren Tisch geschaut hatte…

Erst wollten wir noch mal hier herkommen aber schon beim Runtelaufen sagte Papa dass wir wohl die Spitzkehre zum Feldweg hoch an die Hütte mit dem Womo wohl nicht schaffen würden ohne hinten aufzusetzen also dachten wir die Hütte am Ercina See würde uns bestimmt die gleichen Leckereien bieten. Nun ja, gelinde gesagt wurden wir dort aber enttäuscht. BIs auf den harten bröseligen asturischen Käse mit dem herzhaften Geschmack den wir jetzt mal probieren durften war der Rest eher schlecht. Aber was solls,wir machten uns auf den Weg nach unten und unser Fiat hatte dieses mal nicht mit gegen den Berg zu kämpfen sonder eher damit zu tun die Geschwindigkeit in angemessenen Grenzen zu halten. Der Rest im Auto genoss erneut die Aussichten und dachte noch lange an die schönen Picos!

Wer Berge liebt sollte die Picos de Europa, die Gipfel von Europa und ihren Nationalpark auf jeden Fall mal besuchen gehen!

Wir waren ein bisschen spät dran und fuhren deshalb nicht mehr gar so weit. Mama suchte einen Stellplatz aus dem Stellplatzführer in weniger als 50 km Entfernung heraus. Da gab es einen in Cabarceno mit guten Bewertungen. Wir waren auch sehr überrascht als wir durch das Dorf fuhren und am Ende dann einen Stellplatz für 50 Wohnmobile direkt an einem See vorfanden :-). Hier gibts anscheinend noch irgendeinen Park direkt neben uns. Wir werden uns mal informieren um was es sich da handelt.

Ganz liebe Grüße!

Mats 😉

 

Galerie Tag 44


 

Reiseroute Tag 44


Gesamtstrecke: 185009 m
Maximale Höhe: 1177 m
Minimale Höhe: 55 m
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